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AIV Schinkel Wettbewerb 2018
STADTOASE


Am 29. September werden die Aufgaben für den Schinkel-Wettbewerb 2018 veröffentlicht. Wir möchten Sie schon heute über den neuen Aufgabenkomplex informieren.

Berlin wächst
Aktuelle Prognosen für Berlin rechnen mit einem Anstieg der Bevölkerung um mehr als 250.000 Einwohner bis zum Jahr 2030. Um der steigenden Nachfrage nach Wohnungen gerecht zu werden, wurden Flächen identifiziert, die für den Wohnungsneubau aktiviert werden sollen. Das Wettbewerbsgebiet in der Wilhelmstadt ist als Potentialfläche für Wohnungsbau im Berliner Bezirk Spandau ausgewiesen.
Das heterogene Wettbewerbsgebiet befindet sich im Süden des Spandauer Siedlungsgebiets. Neben verschiedenen Grünräumen wird das Gebiet von Kasernengebäuden aus den 1910er- und 1930er-Jahren geprägt. Im Westen wird es von der Seeburger Straße sowie dem Seeburger Weg und im Osten von der Wilhelmstraße begrenzt; im Süden schließt es das ehemalige Munitionsdepot der Train-Kaserne mit ein. Aktuell sind mehr als 1.000 Geflüchtete auf dem ehemaligen Kasernengelände untergebracht, der Bestand wird auch von kleinen Gewerbetreibenden und einem Nahversorger genutzt.

Neue Stadtoase
Ziel des Wettbewerbs ist die Entwicklung eines Leitbilds für ein wegweisendes Stadtquartier, exemplarisch eingebunden in die Parameter von Ort und Kontext.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind aufgefordert, übergreifende trans- und interdisziplinäre Gruppen zu bilden. Die Aufgaben werden zwar schwerpunktmäßig einzelnen Fachsparten zugeordnet, jedoch von einer interdisziplinären Jury beurteilt. Für Kooperationen stehen Sonderpreise zur Verfügung.

Städtebau
Gesucht werden städtebauliche Ideen, um das hauptsächlich für militärische Nutzungen angelegte Areal zu einem lebendigen Stadtquartier zu entwickeln. Die Konzeption soll eine Identität für das neue Stadtviertel schaffen und die umliegenden Quartiere miteinschließen. Bei der Konversion des Kasernengeländes sollen besondere Orte und charakteristische Strukturen neu interpretiert und ideenreich umgenutzt werden. Das Gebiet eignet sich, um intelligente städtebauliche Konzepte zu entwickeln und experimentelle Nutzungsstrukturen, Wohnbautypologien und Mobilitätsansätze zu integrieren.

Fachsparte Verkehrswesen
Die Verkehrsinfrastruktur gewährleistet die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers. Es soll ein integriertes Verkehrskonzept entwickelt werden, das den Anteil des motorisierten Individualverkehrs möglichst gering hält. Schwerpunkte sind dabei Vorschläge zur Erschließung des neuen Stadtquartiers durch den öffentlichen Personennahverkehr und die Anbindung an das bestehende Radwegenetz. Die Auswirkungen auf das bestehende Wege- und Straßennetz sind darzustellen.

Landschaftsarchitektur
Aufgabe ist die Entwicklung eines Grünzugs von West nach Ost, der das Gebiet mit den Grünräumen am Egelpfuhlgraben und dem Südpark verbindet. Eine zeitgemäße landschaftsarchitektonische Lösung soll den Raum nachhaltig prägen und eine eigenständige Haltung innerhalb der heterogenen Stadtlandschaft erkennen lassen. Für die Wegebeziehungen, Verknüpfungspunkte und Nutzungsbereiche sind Ideen zu entwerfen, die die wesentlichen räumlichen Qualitäten aufgreifen, akzentuieren und aufwerten sowie bestehende und zu planende (Freizeit-)Nutzungen ordnen. Wie sich der Grünzug an seinen Rändern zu unterschiedlichen Nutzungen wie bestehenden und neuen Wohngebieten, Kleingartenanlagen und Gewerbegebieten verhält, ist zu definieren.

Architektur
Zentren für die Nahversorgung sind „Unorte“ – architektonisch, städtebaulich und soziokulturell.
Eingebunden in die städtebaulichen Parameter zwischen Spandauer Hasenheide und Wilhelmstraße soll ein Architektur-Ensemble hoher Qualität entwickelt werden, das ein zukunftsweisendes Konzept für die Nahversorgung aufzeigt. Hierbei sollen Themen wie die zukünftige Mobilität genauso berücksichtigt werden wie die Auswirkung von weltweit agierenden Online-Versandhändlern auf lokale Nahversorger, die Vermarktung von regionalen landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die Nutzung der Kleingartenerträge oder Urban Gardening als Beitrag zur täglichen Versorgung in der Stadt. Ortsspezifisch soll geklärt werden, welche Dienstleistungen, Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsangebote, aber auch intelligente, innovative, jugendorientierte oder kreative Nutzungen für das ehemalige Munitionsdepot und den verwaisten Parkplatz sinnvoll erscheinen.

Konstruktiver Ingenieurbau
Die großflächige Überdachung eines offenen Markt- und Kleinhandelsbereichs mit vielfältigen, zeitlich wechselnden Nutzungsmöglichkeiten soll bearbeitet werden. Möglich sind ein Neubau auf dem freien Parkplatz neben der Kaufhalle oder eine Überdachung des ehemaligen Munitionsdepots. Unterhalb der Überdachung können begrenzt einige geschlossene Bereiche oder Einbauten vorgesehen werden, die der ständigen Nutzung dienen, wie Verwaltung oder Dauerverkaufsstände.

Freie Kunst
Das Wettbewerbsgebiet in der Wilhelmstadt ist von einer militärischen Vergangenheit geprägt, wie es vielfältige, oft auch verdeckte Spuren belegen. Geschichte und gebaute Gegenwart durchmischen sich. Als „dritte Dimension“ soll die Zukunft mit künstlerischen Mitteln neue Akzente setzen und Vergangenes und Gegenwärtiges verknüpfen.
Ankerpunkte bilden das teilabgerissene NS-Kriegsverbrechergefängnis, die ausgedehnten Kasernengelände und die bemerkenswerten Bunkeranlagen auf dem Südgelände. Die Auseinandersetzung mit diesem schwierigen Erbe wird eine wesentliche Herausforderung für die Kunstbeiträge sein.

Terminübersicht
29.09.2017 – Aufgabenausgabe
10.11.2017 – Rückfragenkolloquium
08.01.2018 – Anmeldeschluss
05.02.2018 – Abgabe
13.03.2018 – Preisverleihung und Schinkelfest

Weitere Informationen unter https://www.aiv-berlin.de/schinkel-wettbewerb-2018